Geplante Obsoleszenz

Obsoleszenz – die absichtlich verkürzte Lebensdauer von Produkten

Noch nicht von der geplanten Obsoleszenz gehört? Hier die kurze Zusammenfassung:

Produzenten von Gütern, nehmen wir als Beispiel Glühbirnen, wollen natürlich möglichst viele Leuchtmittel verkaufen.

Das Problem ist aber, nach einer gewissen Zeit ist der Markt mehr oder weniger gesättigt. Jeder hat schon dutzende Glühbirnen und kauft sich folglich nicht jedes halbes Jahr neue. Die Lösung für den Hersteller, er baut in sein Produkt eine Sollbruchstelle ein. Dadurch hält die Lampe, sagen wir einmal, nur mehr 1.000 Betriebsstunden durch anstatt z. B. 10.000. Danach geht sie (gewollt) kaputt. Der Kunde ist zwar sauer, kauft sich aber gezwungener Maßen wieder neue Leuchtmittel – so „funktioniert“ die Wirtschaft.

Der Hersteller reibt sich die Hände. Er setzt kontinuierlich Lampen ab und der Endverbraucher ist ihm nicht auf die Schliche gekommen bzw. ahnt nicht, das er betrogen wird/wurde oder akzeptiert es. Wem ist es noch nicht passiert? Sein geliebter Artikel geht nach guten 2 Jahren (nach Ende der Gewährleistungszeit) kaputt. Das ist kein Zufall, sondern von der Industrie gesteuert. Der Handy Hersteller HTC hat das sogar zugegeben, dass seine Handys nicht auf längere Verwendung ausgelegt sind, da man ja sowieso alle 18 Monate ein neues Smartphone kauft.

Es ist echt pervers. Techniker müssen Methoden finden, die die erzeugten Güter nach 2 Jahren mehr oder weniger auseinander fallen lassen.

Neben den Glühbirnen gibt es auch noch ein gutes Beispiel mit Druckern (ist mir auch passiert). Erstens druckt der Drucker die Patronen/Toner nicht leer, sondern versagt auch den Dienst mit noch gefüllten Patronen/Toner. Zweitens hat er (zumindest mein Canon Tintenstrahldrucker) einen Zähler eingebaut. Nach Überschreiten von x Ausdrucken verweigert er einfach den Druck und ist damit nur mehr Schrott.

Somit war ein technisch einwandfreier Drucker plötzlich Müll. Das Traurige ist, dass das ja alles geplant ist vom Hersteller. Uns werden bewusst schlechte bzw. auf schlecht getrimmte Produkte untergejubelt.

Hier ein Beispiel von einer Taste, die nach vielleicht 500 Mal drücken Risse bekommt.

 

 

 

 

 

 

Um noch ein Beispiel zu bringen: ein zwei Jahr altes Handy ist technisch völlig in Ordnung, allerdings ist der Akku so schwach, dass das Smartphone nicht einmal mehr einen halben Tag Standbye schafft. Neuer Akku (bei diesem Gerät tauschbar) ist nicht erhältlich. (Oder er wäre so teuer, dass eine Neuanschaffung kaum sinnvoll wäre).

Wer sich über aktuelle Fälle informieren will sollte sich unbedingt den Blog von Herrn Schridde ansehen: murks nein danke! Was können wir tun? Bewusst Produkte mit langer Lebensdauer (z. B. bei Waschmaschinen) erwerben, soviel wie möglich gebraucht erwerben und sich immer überlegen, ob man dem Hersteller XY trauen kann/soll.


Neben eine Hardware Obsoleszenz gibt es noch eine gefinkeltere: die Software Obsoleszenz.

Dies ist mir selbst passiert und ist so genial wie einfach! (Im Sinne Leuten neue Produkte aufzuzwingen). Ein Negativvorbild ist hier Apple. Zu diesem Hersteller kann man stehen wie man will, er verkauft aber massenhaft Handys und früher iPods. Stichwort iPod: ich hatte einen ipod Touch der dritten Generation. Technisch einwandfrei, ein super Gerät. Dann wurde aber keine neue Betriebssystem Software von Apple mehr dafür angeboten. Um aber Apps zu installieren wurde aber eine höhere Version, als am iPod vorhanden, zwingend verlangt.

Resultat: man kann keine Programme mehr installieren, sprich das Gerät ist praktisch fast komplett nutzlos obwohl es technisch noch super in Schuss ist.

Generell ist zu beobachten, dass immer mehr Geräte in irgendeiner Form online „aktiviert“ werden müssen, obwohl sie vielleicht gar keine Funktionen aus dem Internet benötigen. Wird vom Hersteller dann der Server für diese Aktivierung deaktiviert, bleibt einem nur mehr ein Stück Hardware als Briefbeschwerer. Auch die derzeit beliebten Fire TV und Google Chromecast Sticks, können von einen Tag auf dem anderen einfach nutzlos werden, wenn die nötigen Schnittstellen vom Hersteller deaktiviert werden. Vielleicht findet das die Mehrheit ja noch okay, aber ein kleines Gedankenspiel zeigt, wie es weitergehen kann: PKWs sind heute fahrende Computer die auch immer mehr an Updates hängen. Somit kann jeder Hersteller per Fernverwaltung bestimmen, wie lange das Auto tatsächlich gentutz werden kann. Eines Tages kommt plötzlich die Meldung „Ihre Sicherheit ist gefährdet, da ein Fehler im Bremssystem entdeckt wurde, leider gibt es für Ihr Modell kein Update mehr – besuchen Sie bitte den nächsten Autohändler und erhalten Sie bei Neukauf einen Rabatt von 10 %“.

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