Strom

Wie viel Strom verbrauchen Elektrogeräte eigentlich?

Mit einem Energiemessgerät der Wien Energie (kann man sich gratis in der Wien Energie Welt in Spittelau holen, wenn man Wien Energie Kunde ist) kann jeder die echten Stromverschwender im Haushalt ermitteln.

In dieser Liste habe ich meine Messergebnisse eingetragen, diese könnt Ihr teilweise als Referenz ansehen.

einige der spannendsten Resultate:

  • ein 46″ Fernseher verbraucht gleich viel Strom wie ein kleines GU9 Halogen Leuchtmittel oder eine Lavalampe (40 Watt)
  • Zeitschaltuhren verbrauchen oft mehr Strom als Geräte im Standbye direkt an der Steckdose und sind damit oft sinnlos
  • 60W Glühbirnen brauchen mehr als 60W Strom
  • einige Geräte verbrauchen ausgeschaltet keinen (messbaren) Strom, andere hingegen sind wahre Energiefresser (HP Drucker mit 6 Watt)

Beleuchtung

Ein einfacher Tipp, da ihn jeder anwenden kann, ist die Umstellung der Leuchtmittel auf SMD LEDs. Dazu muss man einfach defekte Glühbirnen/Halogenstrahler mit diesen hocheffizienten LEDs nachbestücken. Diese haben ca. einen Verbrauch von 3,5W – 15W (letztere hat in etwa eine Leuchtkraft wie eine 100 Watt Glühbirne). Im Vergleich: Halogenstrahler verbrauchen 40W pro Leuchtmittel.

Viele haben Lampen mit Spots, die die Fassung GU10 (zum reinstecken, dann reindrehen) haben. Da brauchen die SMD Leuchmittel ca 3,5 Watt. Die Helligkeit ist ein wenig geringer bis gleich wie von Halogenspots. Nach fünf Jahren mit den LED Spots kann ich nur davon abraten. Mir ist bei den Spots aufgefallen: bein manchen ist aus dem Augenwinkel ein flackern zu erkennen. Außderdem sind schon einige Leuchtmittel ausgefallen. Diese Probleme habe ich bei den E27 Leuchtmitteln nicht.

Wer die klassische E27 Fassung (der „Standard“ der Glühbirne) hat für den gibt es ein breites Sortiment an SMD LEDs. Diese sehen dem altbekannten Klassiker sehr ähnlich, sind genauso hell (empfehle ca. 1.000 Lumen), begnügen sich aber mit 15W.

Aufstellung der populärsten Leuchtmittel Sockel:

 

 

 

 

 


Funksteckdosen:

Das sind Zwischensteckdosen, die man zwischen Gerät und Steckdose setzt. Per Fernbedienung kann man dann den Strom ein- oder ausschalten. Wirklich sinnvoll und praktisch. Normalerweise gibt es sie im 3er Set + eine Fernbedienung um 20 Euro. Aber Achtung, diese Steckdosen brauchen selbst ca. 1 Watt Strom. Ein Einsatz macht nur bei Geräten Sinn, die wirklich viel Strom (min. >1 W verbrauchen). Ansonsten ist der Einsatz kontraproduktiv!

Steckdosen mit Schalter:

Hier schaltet man zwischen Gerät und Steckdose eine weitere Steckdose, mit Schalter. Damit muss man nicht immer lästig den Stecker ziehen, sondern kann bequem per Ein- und Ausschalter sein Gerät vom Netz nehmen. Verwendungsbeispiel: Kaffeemaschine, PC, Drucker…

 

 

 

 

 

 

 

Zeitschaltuhr (mechanisch oder elektronisch):

Ist sinnvoll bei Geräten die viel Strom verbrauchen (>0,7 Watt) und z.B. über Nacht abgeschalten werden können. Meine Erfahrung mit mechanischen Zeitschaltuhren sind negativ ausgefallen, da ein unangenehmes Geräusch von diesen Geräten ausgeht. Die digitale Zeitschaltuhr ist geräuschslos, verbraucht aber selbst auch wiederum Strom (ca. 1 Watt).

Fazit: Der Einsatz ist nur sinnvoll, wenn das Elektrogerät mehr als 1 Watt Strom im Standbye verbraucht.

Energie-Messgerät

Welches Gerät braucht im Standbye wieviel Strom? Um dieser Frage zu klären benötigt man ein Messgerät. Geräte von Supermärkten/Diskontern sind ungenau, ich nahm den Rat von der Computer-Zeitschrift c’t zu rate und besorgte mir das preiswerte Gerät KD-302 für genaue Messergebnisse.

Damit ausgerüstet konnte ich schnell feststellen, welche Geräte Energiefresser sind und welche nicht.  Meine Kaffeemaschine verbraucht im Standbye noch immer 0,2 W. Um dieses Problem zu lösen, habe ich einfach eine „Steckdose mit Schalter“ dazwischen gesteckt.

bei Neuanschaffungen auf Energieeffizienz achten

Bei Kühlschränken, Waschmaschinen und Geschirrspüler gibt es schon länger das Energielabel, das dem Verbraucher zeigen soll, wie effizient ein Gerät mit Strom umgeht. Dabei ist zu beachten, dass im Prinzip jedes Gerät schon A hat (und somit eigentlich schon wieder schlecht ist). Besser sind A++ oder A+++ Geräte.

Seit kurzer Zeit haben auf Fernseher und Staubsauger so ein Energielabel.  Aber Achtung, fast jedes Gerät schafft die Anforderung „A“, da die Kategorisierung sehr lasch ist. Einige morderne TVs haben einen wirklich geringen Verbrauch (40 Watt). Daher würde ich zu diesem als Referenzwert vorschlagen.

Rebound Effekt

Dieser Effekt bezeichnet die kontraproduktive Wirkung beim Energiesparen. Beispiele dafür sind: Toyota Prius Fahrer fahren z.B mehr mit dem Auto, Energiesparlampen werden seltener abgeschaltet. Gesparte Energiekosten mit einer Flugreise belohnt.

Stromanbieter wechseln

Auf Durchblicker erhält man einen schnellen Überblick über die Anbieter in Österreich. Hier kann man auf (geprüften) Ökostrom wechseln und somit grünen Strom unterstützen. Ein Wechsel geht sehr einfach und schnell. Bermerkbar macht sie der Wechsel nur, indem man die Rechnung von einem anderen Energielieferanten bekommt. Man braucht keine Angst zu haben „ohne Strom dazustehen“. Es gibt kaum etwas einfacheres als einen Energielieferantenwechsel.

Grünen Strom direkt unterstützen

Drei Möglichkeiten, die ich auch selbst nutze: Beteiligung an Bürgerkraftwerken (Photovoltaik und Wind), Bezug von echten Ökostrom (WEB) und direkt durch Aktienkauf bei der WEB (Windenergie).

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